Web schlägt Gott in Weiß

Die auf einer repräsentativen Befragung basierende MS&L-Gesundheitsstudie zeigt, wie sich Deutschland über Gesundheit informiert und liefert Erkenntnisse über das, was Patienten bewegt, was sie sich wünschen und was sie bei Informationsangeboten vermissen.

Das Internet und Soziale Medien sind bereits heute das Leitmedium, wenn es um Kommunikation und Information zu Gesundheitsthemen geht. Für die meisten Nutzer steht dabei das Sammeln von Information im Vordergrund – nur rund ein Drittel tauscht sich aktiv zu Gesundheitsthemen aus. Das höchste Vertrauen genießen Internet-Angebote von Ärzten – am wenigsten wird den Websites der Pharmaindustrie vertraut.
Wichtigster Informationskanal zum Thema Gesundheit ist über alle Altersgruppen und Bildungs-schichten hinweg bei Frauen wie Männern das Internet: 79 Prozent der Befragten gaben an, sich online zu Gesundheitsfragen zu informieren. Mit deutlichem Abstand folgen Printmedien (62 Prozent) und das Fernsehen (61 Prozent), die noch vor Ärzten (59 Prozent), Freunden (57 Prozent) und Apothekern (47 Prozent) wichtige Informationsquellen zu Gesundheitsfragen sind.

Für die überwiegende Mehrheit der Befragten stehen Fakten im Vordergrund: 93 Prozent surfen, um Daten zu Krankheiten zu recherchieren, 86 Prozent, um Informationen zu Medikamenten zu erhalten. Rund ein Drittel der Nutzer bringt sich aktiv ein: 34 Prozent nutzen das Internet zum Austausch mit anderen Betroffenen zu Gesundheitsfragen.

Schnellere, komplexere Kommunikation ist gefragt

Die Ergebnisse machen deutlich, welches Potenzial in der digitalen Kommunikation und vor allem im Social Web für die Gesundheitskommunikation steckt. „Um eine aktive Rolle im virtuellen Wartezimmer zu spielen, muss die Gesundheitsbranche auf die neuen Chancen im Netz reagieren. Kommunikation muss schneller, komplexer und in der Verbraucherkommunikation inhaltlich anspruchsvoller werden“, so Wigan Salazar von der MS&LGroup Germany.

Aktuell, fundiert, vielfältig, übersichtlich und unabhängig, so wünschen sich die Befragten Internetangebote, wenn es um Gesundheit geht. Das höchste Vertrauen besitzen dabei Websites von Ärzten (58 Prozent), Krankenkassen (57 Prozent) und Gesundheitsportalen (57 Prozent). Am wenigsten vertrauen Deutschlands Internet-Nutzer Angeboten von Pharma-Unternehmen (27 Prozent) sowie Gesundheitsblogs (30 Prozent) und Foren (40 Prozent).

Als möglichen Stolperstein für die Entwicklung der Social Media-Kommunikation im Gesundheitswesen sieht MS&L-CEO Salazar die rechtlichen Rahmenbedingungen: „Das Heilmittelwerbegesetz, an das sich gerade Hersteller von Medikamenten halten müssen, ist für eine Welt ohne Internet konzipiert. Patienten können sich weltweit informieren – aber Unternehmen können dem Diskussions- und Informationsbedarf oft nicht gerecht werden. Hier ist die Politik gefordert, den rechtlichen Rahmen an die digitale Welt anzupassen.“

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