Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2010
Grundlage der Studie 2010 der Stiftung Gesundheit zur aktuellen Situation der niedergelassenen Ärzte in Deutschland ist ein Online-Fragebogen, der an 9.385 niedergelassenen Ärzten, Zahnärzten und Psychologischen Psychotherapeuten (PP) verschickt wurde. 461 Fragebögen wurden zurückgesandt und ausgewertet.
Wirtschaftliche Lage der Ärzte, Zahnärzte und PP
Gefragt wurde danach, woraus sich der Umsatz der Praxis ergibt:
- Elf Prozent der Versicherten in Deutschland sind privat versichert. Ihre Behandlung macht 19 Prozent des Arzteinkommens aus.
- Über 70 Prozent des Einkommens stammen aus Leistungen der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV).
- Der Anteil der außerhalb des GKV-Systems erwirtschafteten Erträge liegt bei gut sechs Prozent des Einkommens.
Wichtigkeit von Marketingmaßnahmen
Die Wichtigkeit von Marketingmaßnahmen beurteilen
- 16,9 Prozent als sehr wichtig,
- 33,1 Prozent als eher wichtig,
- 23,9 Prozent als weder noch,
- 20,8 Prozent als eher unwichtig und
- 5,3 Prozent als völlig unwichtig.
Insgesamt zeichnet sich ab, dass etwa ein Viertel der Niedergelassenen der Idee eines systematischen Marketings kritisch gegenüber steht. Dies ist ein deutlicher Hinweis auf eine konservative, nicht das Kommerzielle betonende Praxisführung der Ärzte.
Marketing-Budget
Die Frage, ob sie 2010 ein Marketing-Budget für ihre Praxis festgelegt haben, beantworteten 22,4 Prozent mit Ja. Für 2011 wollen 10,3 Prozent der Befragten ihr Marketing-Budget erhöhen, 11,8 Prozent planen weniger Geld für Marketing auszugeben. Es bleibt festzustellen, dass sich das Konzept des Marketings bislang noch nicht auf breiter Fläche durchgesetzt hat.
Marketingmaßnahmen
Zu den drei wichtigsten Marketingmaßnahmen der Praxis gehören
- Internetpräsenz (68,9 Prozent)
- Personal der Praxis (53,5 Prozent)
- äußeres Erscheinungsbild der Praxis (43,3 Prozent)
Hier waren Mehrfachnennungen möglich.
Marketingziele
- Für 61,9 Prozent der Befragten liegt ihr Marketingziel in der konkreten Information des Patienten über das Leistungsspektrum der Praxis.
- Rund 43 Prozent wollen neue Patienten gewinnen.
- 38,6 Prozent sehen die grundsätzliche Information des Patienten als Ziel.
- 30 Prozent der Ärzte möchte sich durch eigene Maßnahmen von Kollegen abgrenzen.
- 22 Prozent glauben, dass Patienten gewisse Marketingmaßnahmen von der Praxis erwarten.
- 8,2 Prozent haben bislang keine konkrete Vorstellung, was sie mit den Marketingmaßnahmen bezwecken möchten.
Marketingmöglichkeiten in der Praxis
Über 40 Prozent der niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte und PP sehen ihre Marketingmöglichkeiten in der Praxis noch nicht vollständig ausgeschöpft. Viele wissen nicht, was erlaubt und was nicht erlaubt ist. 47,6 Prozent finden, dass die Zulassung von Marketing den Praxisalltag verkompliziert, 45 Prozent sehen darin eine Belebung des Marktes.
Informationstechnologie
Online-Services werden in der Praxis genutzt für
- Online-Banking (80,2 Prozent)
- Einkauf von Verbrauchsmaterial (59,6 Prozent)
- KV-Abrechnung (51,2 Prozent)
- Buchhaltung (19,3 Prozent)
- Personalverwaltung (13 Prozent)
- andere Bereiche (7,7 Prozent)
- gar keine (8,8 Prozent)
Über 75 Prozent der Ärzte kennen die Möglichkeit, Termine auch online zu vergeben. 24 Prozent glauben, dass die Online-Terminvergabe das Praxispersonal entlastet, 22,4 Prozent halten sie für die Terminverarbeitung der Zukunft. Viele sehen aber auch Gefahren, beispielsweise beim Datenschutz, doppelter Terminvergabe, kein optimaler Kosten-Nutzen-Aufwand, hoher technischer Aufwand.
Quelle und vollständige Studie: www.stiftung-gesundheit.de






















