2000 – 2009: das digitale Jahrzehnt

Die Liste der digitalen Neuerungen ist lang – und viele wirken bereits so vertraut, als gäbe es sie schon immer: die offene Enzyklopädie Wikipedia, Foto-Handys, HDTV, iTunes und iPhone, Internet-Telefonie, Podcasts, Blogs, die Datenturbos UMTS und DSL, Online-Communitys wie Facebook, StudiVZ und Xing sowie Foto- und Video-Portale wie Flickr und Youtube. Dank Blackberry und iPhone wurden multimediale Mobiltelefone mit PC-Fähigkeiten, so genannte Smartphones, extrem populär.

Internet in allen Lebensbereichen

Breitband-Anschlüsse wie DSL sowie Pauschalpreise (Flatrates) haben die Nutzung des Internets stark beschleunigt: Die Zahl der Internet-Nutzer in Deutschland ist von 9,4 Millionen Ende 1999 bis auf 53 Millionen Ende 2009 gewachsen. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Mobilfunk-Anschlüsse in Deutschland von 23,5 auf 110 Millionen.
Das Internet hat auch unseren Wortschatz verändert: von googeln bis twittern, chatten bis bloggen – vor zehn Jahren gab es diese heute geläufigen Begriffe nicht. Zum Einkauf geht man heute in den Web-Shop, Überweisungen macht man per Online-Banking, einen Brief schickt man als E-Mail. 55 Prozent der Deutschen können sich laut einer BITKOM-Studie ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen sagen sogar 84 Prozent, ein Leben ohne Internet sei für sie undenkbar. Beim Handy sagen dies sogar 97 Prozent der jungen Deutschen. Die Unter-30-Jährigen würden eher aufs Autofahren oder ihren aktuellen Lebenspartner verzichten als auf Internet oder Handy. Charakteristisch für das Web sei sein breiter Nutzen in vielen Lebensbereichen, betont der BITKOM-Präsident. So berichten 61 Prozent der Internet-Nutzer, sie hätten ihre Allgemeinbildung verbessert. Jeder zweite hat durch Preisvergleiche und Web-Shopping Geld gespart.

Internet im Business Bereich

„Die unternehmensübergreifende Verzahnung von Geschäftsprozessen ist ein wesentlicher Fortschritt, den das Internet im Business-Bereich gebracht hat“, so BITKOM-Präsident Prof. Scheer. Unternehmen könnten dank des Webs auch vor und nach dem Kauf einfacher mit ihren Kunden kommunizieren. Autoren und Künstlern biete das Internet immer mehr Möglichkeiten, ihre Werke direkt einem großen Publikum anzubieten. Auch in allen Industrie-Branchen sei das Internet heute ein wesentlicher Bestandteil von Fertigungsprozessen und Wertschöpfungsketten. „Immer mehr Gegenstände und Geräte werden künftig Internet-Technologie enthalten und miteinander kommunizieren“, so Scheer. „Das gilt für Wirtschaft wie Privathaushalte.“

Ambiente Technologie auch im Gesundheitswesen  

Auch das kommende Jahrzehnt werde eine Digitale Dekade, so Scheer. „Im Mittelpunkt werden ambiente Informations- und Kommunikationstechnologien (ITK) und intelligente Netze stehen. Sie werden die Art, wie wir leben und arbeiten nochmals radikal verändern.“ Ambiente Technologien - Lebensassistenzsysteme - werden IT in die Haushalte bringen. Und intelligente Netze werden helfen, die großen Zukunftsherausforderungen Verkehr und Mobilität, Klimawandel und Umweltschutz sowie Gesundheitswesen und Bildung zu bewältigen.
Eine sensitive und anpassungsfähige Elektronik kann die Situation von Menschen und Objekten erfassen und auf deren Bedürfnisse reagieren: Autos kommunizieren selbstständig Verkehrsgefahren an andere Autos und an Leitstellen, Herd und Heizung werden von unterwegs per Handy gesteuert. Pakete finden selbst den Weg ihrer Zustellung, Verpackungen von Lebensmitteln und Medikamenten melden ihr Verfallsdatum. Unsere Kleidung misst unsere Gesundheitswerte und meldet sie dem Arzt, Rasensprenger bewässern automatisch je nach Trockenheit und Wetterprognose – die Beispiele sind unerschöpflich, die Potenziale immens. In der Freizeit, bei der Arbeit, zu Hause, unterwegs – überall werden ambiente Technologien unser Leben verändern und unseren Alltag erleichtern.

Quelle u.a. BITKOM